Falsche Nähe [Rezension]

Endlich ein Erotikthriller, der beides kann – spannend und heiß.

Autor: Martin Krist

Preis: TB: 9,99 ebook: 0,99€

Verlag: R&K

Seiten: 210

Inhalt

Ellens Leben ist ein Scherbenhaufen: Seit Monaten hat ihr Mann sie nicht nur betrogen, er hat sie auch ums Firmenvermögen geprellt.
Als sie eines Abends auch noch überfallen wird, scheint ihre letzte Stunde geschlagen. Nur zufällig ist Detective Rick Warren zur Stelle – der ihr schon bald beweist, dass das Leben durchaus noch angenehme Seiten besitzt.
Doch nicht immer ist alles Gold, was glänzt wie die Dienstmarke eines Cops. War Warrens Auftauchen wirklich nur ein Zufall? Welches Ziel verfolgt er mit ihrer Affäre tatsächlich?

Meinung

Zugegeben, ich lese nicht unbedingt gerne Erotikthriller, weil die Meisten doch sehr auf Klischées und unterwürfige Frauenfiguren bauen. Doch in „Falsche Nähe“ wird eine Geschichte erzählt, die beides kann – spannend und heiß-…

Zugegeben, über das Cover lässt sich streiten – aber wie sagte Krist selbst: „Es wird seine Zielgruppe finden…“, dem würde ich hierbei zustimmen. Es ist schlicht, spricht für das Genre und wirkt zumindest nicht billig.

Doch letztendlich kommt es doch mehr auf die Geschichte an, hier setzt Krist auf kurze, knappe Beschreibungen und wenig drumherum, wie man es von seinen Romanen gewöhnt ist. Er schafft eine ausgebaute und raffinierte Thrillergrundlage und baut diese mit ein paar heißen Sexszenen aus. Auf den wenigen Seiten kann man keine außergewöhnliche Komplexität erwarten, nichtsdestotrotz war die Geschichte in sich schlüssig, zusammenhängend und wurde nicht zu schnell erzählt. Der erfahrene Leser wird weder auf die gewohnten Plottwists, noch auf Spannung verzichten müssen. Einzig die multiperspektivische Erzählung fand keinen Platz, dafür gibt es einen linearen Strang, der es erlaubt, hier und da vom Thrillerplot abzuweichen und den Gefühlen Platz verschafft.

Das war wirklich spannend, denn normalerweise ist der Autor weniger für seine ausladenden Gefühlsbeschreibungen bekannt. Doch „Falsche Nähe“ erlaubt diese, ist dabei jedoch nicht oberflächlich oder kitschig, sondern situationsbedingt passend. Auch die beiden Protagonisten, Ellen und Rick Warren sind zum Glück kein Klischée. Es tat gut, endlich mal keine kleine, naive Frauenrolle zu lesen, die sich bedingungslos jedem Mann an den Hals wirft, den sie bekommen kann, sondern ein wenig Persönlichkeit und Entwicklung – auch, wenn hier die wenigen Seiten natürlich nicht ganz das gewünschte Potential bieten. Auch Warren war angenehm unauffällig, kein gebrochener Held (naja, vielleicht ein bisschen…), kein Alkoholproblem oder irgendwelche außergewöhnlich dunklen Familiengeheimnisse, die die Beziehung ungefähr alle fünf Seiten zerbrechen ließ. Für eine Kurzgeschichte gab es zudem viele und vor allem detaillierte Nebenfiguren, die die Handlung ergänzten und hier und da einen Schlüsselmoment trugen und vervollständigten.

Für mich einer der besten Erotikthriller, die ich je gelesen habe. Die Konzentration des Genremix war gut, der Fokus auf beiden Elementen gleich. Die Figuren waren, der Seitenanzahl entsprechend, Komplex und keine dämlichen Naivchen ohne Persönlichkeit. Wer die Thriller von Krist mag, kann diesen Roman gut zwischendurch lesen. Innerhalb des Genres vergebe ich 5 Sterne, im Gesamten 4/5, da es natürlich vielschichtigere Bücher als dieses gibt, es aber trotzdem eine solide Geschichte erzählt und mich gut unterhalten konnte.

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